Erfolgsgeschichten der Kinder

B., 8 Jahre: Halbwaise

erfolgsgeschichten-b-8 B. lebt nun bereits seit 5 Jahren bei uns im Heim. Ihre Mutter ist verstorben und hat sie und ihre 5 Geschwister zurück gelassen. Ihr Vater ist mittlerweile neu verheiratet, seine Frau lehnt das Kind aus erster Ehe jedoch ab. Daher lebt B. im Heim – ihr Vater besucht sie dort gelegentlich. In allen Ferien fährt B. zu noch lebenden Angehörigen, manchmal verbringt sie die Ferien inzwischen bei ihrem Vater und seiner neuen Familie. B. ist ein sehr willensstarkes und intelligentes Kind. Sie weiß sehr genau, dass sie bei uns im Heim eine sehr gute Schulbildung erhält und ist lern- und wissbegierig, da ihr Berufswunsch Ärztin ist. Wir wünschen ihr, dass sie ihren Berufswunsch umsetzen kann und helfen ihr bis dahin bei ihrer schulischen Ausbildung und geben ihr emotionalen Halt.

Y., 8 Jahre und ihre Schwester G., 12 Jahre: Halbwaisen

erfolgsgeschichten-guy-8u12Y. ist 8 Jahre alt, geht in die 2. Klasse und lebt bei uns in Ngorika im Kinderheim. Ihre Schwester G. ist geistig leicht behindert und lebt normalerweise in einem auf ihr Handicap spezialisiertes Kinderheim in der Nähe von Moshi, die Ferien verbringt sie aber immer bei uns. Die beiden haben keine weiteren Geschwister. Ihre Mutter ist HIV-positiv und lebt seit dem Tod des an Aids verstorbenen Ehemannes sehr verarmt außerhalb von Arusha. Die Familie ihres Mannes hat ihr nach dem Tod jeglichen Besitz weggenommen. Das passiert sehr häufig, denn in Tansania haben die Frauen keinerlei Rechte. Ihren Lebensunterhalt erbettelt sie sich auf den Straßen in und um Arusha. Y. & G. können nur für 2 Wochen bei ihrer Mutter bleiben, denn länger kann sie die beiden nicht versorgen. Als wir sie abholen kommen, können wir sehen (und riechen), dass die Mädchen in ihrer Zeit zuhause keinen Tropfen Wasser zum Waschen gesehen haben. Sie haben viel Zeit mit der Ziege auf dem Feld verbracht. Die Mutter erzählt uns ihre Geschichte und die Art wie sie diese – ungeschönt und ohne Schnörkel – macht auch die beiden Sozialarbeiter so betroffen, dass sie direkt auf dem Rückweg eine Rechtsanwältin anrufen, die ihr helfen soll, einen kleinen Teil des weggenommenen Landes zurück zu bekommen, denn das würde eine sichere Lebensgrundlage darstellen. Hier könnte sie Mais und Bohnen anbauen und sich selbst versorgen. Noch ist die Aids bei ihr nicht ausgebrochen, noch hat sie entsprechenden Lebensmut.

N., 6 Jahre: Vollwaise

N. hat keine Eltern mehr. Auch hat sie keine Geschwister. Lediglich ihre knapp 60-jährige Omi lebt noch. In den Ferien hat N. ihre Großmutter in deren neuem Zuhause in Arusha besucht. Die Lehmhütte ist ca. 12qm groß und besteht aus einem großen Gemeinschaftsbett, einem Schrank, einem Sofa, einem Sessel und einem kleinen Tisch. Die Kleidung wird in dem Moskitonetz über dem Bett aufbewahrt, bzw. hängt auf einer Leine, die quer über das Bett gespannt ist. erfolgsgeschichten-n-6Es gibt weder Küche, noch Bad, fließend Wasser oder Strom in der Hütte. Ein kleines Fenster gegenüber der Tür lässt den Blick auf ein Stückchen Himmel fallen. Die Omi von N. ist fast taub. Eine Unterhaltung kann nur schreiend erfolgen und ist daher kaum möglich. N. kannte auch in der Nachbarschaft niemanden. Für die Ferien hatte N. Grundnahrungsmittel in Form von je einem Sack Mais und rote Bohnen mitbekommen. Denn die Omi hat keinen Besitz und eine staatliche Unterstützung gibt es nicht  - und somit würde die Omi ansonsten in Anwesenheit des Kindes betteln gehen müssen. Als wir zum Hausbesuch kommen wird schnell klar, dass wir N. mit zurück ins Heim nehmen, denn länger als zwei Wochen ist ein Besuch bei ihrer Omi für sie nicht möglich. Dennoch weint sie still vor sich hin, als ihre Omi alleine zuhause zurück bleibt. N. ist jetzt ein Schulkind und zieht aus Kikatiti nach Ngorika. Im Heim wird sie mit großer Freude von den dortigen Kindern begrüßt.

M., 16 Jahre: Vollwaise

erfolgsgeschichten-m-16Unser erstes Kind war "Moses". Er wurde am Wegrand gefunden, einfach weggeworfen. Da er namenlos war wurde er "Moses" genannt. Er hat nur 1 Auge, warum, das können wir nur vermuten. Mit 3 Jahren kam er zu uns ins Heim und hat sich zu einem fröhlichen und verantwortungsvollen Jungen entwickelt. Inzwischen ist er 16 Jahre alt, geht auf die weiterführende Schule und wurde von einem der Wachleute adoptiert. So hat er – wenn er die Schule verlässt – eine Familie, in deren Schutz er leben kann und eine gute Ausbildung, um seinen Weg in eine positive Zukunft zu gehen.